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Wetzlar - Literatur & Optik von Weltruf
Vielleicht noch ein Geheimtipp ist das zentral im Lahntal gelegene Wetzlar, sicherlich ist die Stadt aber nicht so bekannt wie Marburg oder Limburg. Zumindest ist sie aber genauso reizvoll und ein Besuch wert. Die ehemalige Reichsstadt, heute Hochschulstandort und wichtiges Kulturzentrum liegt zwischen Limburg und Marburg in unmittelbarer Stadt zu Gießen. Wetzlar ist bekannt für seine optische Industrie, ist doch die berühmte Firma Leica, Hersteller von Kameras, Objektiven und Sportoptikprodukten hier beheimatet. Die Ursprünge der Firma reichen bis ins Jahr 1869 zurück, noch heute werden hier Kameras der Spitzenklasse gefertigt.
Die romantische Altstadt ist geprägt von schönen Fachwerkhäusern, verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Plätzen sowie dem unvollendet gebliebenen Dom, der ein Stück Stadtgeschichte widerspiegelt. Kleine Boutiquen, gemütliche Restaurants und Cafés laden zu einem Stadtbummel ein, zahlreiche Veranstaltungen bieten ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot.
Bekannteste Persönlichkeit der Wetzlarer Geschichte ist Johann Wolfgang von Goethe der 1772 als Jurist am Reichskammergericht wirkte. Weltbekannt ist sein Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ der in der Stadt entstand. Dieser entstand unter dem Eindruck seiner Liebe zur Wetzlarerin Charlotte Buff und des Suizides Karl Wilhelm Jerusalems. Sportliches Aushängeschild der Stadt ist die Handballmannschaft der HSG Wetzlar die in der Handball-Bundesliga spielt.
Geschichte der Stadt
Nachweislich seit dem 8. Jahrhundert ist das Stadtgebiet besiedelt. Die Stadt geht auf einen befestigten Hof der Konradiner zurück, aus deren Familie sogar ein deutscher König hervorging. 897 wurde auf dem späteren Domhügel eine Salvatorkirche geweiht. Im 10. Jahrhundert entstand ein Marienstift, die Keimzelle der Stadt.
Im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts wurde aus der kleinen Salvatorkirche eine prächtige romanische Kirche, in einer Zeit als die Staufer ihre Macht durch Förderung und Ausbau der Städte stärkten. Friedrich I. Barbarossa bestätigte im Jahre 1180 die Privilegien „seiner Bürger“, die Grundbesitzverhältnisse in der Stadt wurden zum Vorteil der Bürger festgeschrieben, die Wetzlarer Händler wurden den Frankfurtern somit gleichgestellt.
Zum Schutz seiner Stadt ließ Kaiser Friedrich I. die Reichsburg Kalsmunt errichten, ein prächtiges Gebäude, dessen Bergfried den späteren Verfall überdauert hat. Um die Wirtschaftskraft der Stadt zu stärken und kaiserliche Denare prägen zu können, wurde hier eine Münzstätte eingerichtet.
Nur wenige Zeugen des Mittelalterlichen Wetzlar sind erhalten geblieben. Neben dem Dom gehören der Kalsmunt und die Stadtbefestigung dazu. Die Mauer war 1,7 Kilometer lang und 10 bis 11 Meter hoch, durch kleine Pforten und 5 starke Tore ging es in die Stadt. In der Vorstadt Langgasse lag das Hospital zum Heiligen Geist, dieses versorgte Arme und Kranke sowie durchreisende Pilger.
Von großer Bedeutung für die Stadt war die steinerne Lahnbrücke die erstmals 1288 erwähnt wurde. Über diese führte der Weg von Frankfurt nach Köln und Antwerpen, die erhobenen Zölle flossen in die Stadtkasse und den königlichen Steuersäckel. Am Buttermarkt befand sich das städtische Kaufhaus, hier wurden alle Waren geprüft und verzollt.
Die wohlhabende Reichsstadt weckte den Neid der Nachbarn, die Stadt musste enorme Kosten auf sich nehmen, um seine Reichsfreiheit zu wahren. Die Verschuldung führte 1370 zum Stadtbankrott und damit zum Wendepunkt in der Geschichte Wetzlars. Die Stadt versank in Armut und Bedeutungslosigkeit.
Noch heute ist die mittelalterliche Katastrophe am größten Bauwerk der Stadt, dem Dom, abzulesen. Um 1230, also nur rund 50 Jahre nachdem der romanische Kirchenbau vollendet worden war, wurde mit dem Bau einer großen Hallenkirche im gotischen Stil begonnen. Bis etwa 1360 wurde die gotische Kirche um die romanische herum errichtet, wobei alte Bauteile abgebrochen wurden. Bevor die geplante Doppelturmfassade errichtet werden konnte, ereilte die Finanznot die Stadt. Erst um 1490 war der Südturm des Domes fertiggestellt, auf den zweiten Turm wurde verzichtet.
Ende des 17. Jahrhunderts bot sich eine Gelegenheit zu Aufschwung und Neubeginn. Das Reichskammergericht, das 1495 gegründete höchste deutsche Gericht, musste die Reichsstadt Speyer verlassen und suchte eine neue Heimat. Wetzlar zeigte sich bereit, den Wünschen des Gerichts entgegenzukommen. Der Stadtrat stellte das Rathaus als Sitzungs- und Kanzleigebäude zur Verfügung und erlaubte die Religionsausübung für alle drei Konfessionen. Durch das zahlreiche Gerichtspersonal das mit Familien und Bediensteten in die Stadt zog wurden Handwerker und Angehörige sonstiger Berufe angelockt, die es bis dahin nicht gegeben hatte.
In der Stadt war Wohnraum knapp, daher wurden erst einmal vorhandene Häuser renoviert und modernisiert. Prächtiger Palais für die adligen Kammergerichtsfamilien entstanden, die sich hier niederlassen wollten. Noch heute prägen kleine Bürgerhäuser sowie große repräsentative Wohnhäuser die Stadt.
Durch den Reichsdeputationshauptschluss verlor die Stadt 1803 ihren bisherigen Status als Reichsstadt, Wetzlar wurde dem Staatswesen des Mainzer Kurfürsten und Kurerzkanzlers Karl Theodor von Dalberg unterstellt. Als Kaiser Franz Il. im Jahre 1806 die Kaiserkrone niederlegte, wurden das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und damit das Reichskammergericht aufgelöst. Das Personal wurde entlassen, die zahlreichen Besucher des Gerichts blieben aus. Darunter litt die städtische Wirtschaft schwer, die Immobilienpreise sanken, die Kaufleute mussten erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen, und die Handwerker konnten sich kaum noch von ihrer Arbeit ernähren.
Nach den Niederlagen Napoleons wurde Wetzlar auf dem Wiener Kongress im Jahre 1815 dem Königreich Preußen zugesprochen. Neben der Schwerindustrie entwickelte sich die optisch-mechanische Industrie zum wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Karl Kellner gründete im Jahre 1849 sein „optisches Institut“, das nach seinem frühen Tod schließlich ab 1869 von Ernst Leitz übernommen wurde. Dieser baute den Betrieb zu einer Firma mit Weltgeltung aus. Oskar Barnack erfand 1914 die erste Kleinbildkamera der Welt, die unter dem Namen Leica seit 1924 auf dem Markt ist.
Im Zuge der Neugliederung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Stadt nun dem neugegründeten Bundesland Hessen an. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen verdoppelte sich die Einwohnerzahl bis 1952 auf über 30.000. Es entstanden neue Stadtviertel, Wetzlar dehnte sich über die umgebenden Höhen hinaus aus.
Anreise nach Wetzlar und Stadtführungen
Wetzlar liegt ca. 70 km nördlich von Frankfurt am Main, in der Nähe von Limburg (40 km), Marburg (40 km) und Gießen (15 km). An der Stadt vorbei führt die Autobahn A45, die Sauerlandlinie. Über die Ausfahrten Nord, Ost oder Süd geht es in die Stadt. Bei Anreise über die Autobahn A3 Köln – Frankfurt nehmen Sie die Ausfahrt Limburg-Nord, weiter geht es über die B 49. Neben der B 49 führt auch die B 277 durch die Stadt.
Auf mehreren Parkplätzen können Sie die erste Stunde frei parken, wenn Sie einen kostenlosen Parkschein am Parkscheinautomaten ziehen und diesen gut sichtbar im Fahrzeug auslegen. Innenstadtnahe Parkplätze sind entsprechend teurer. Wohnmobile parken auf der Lahninsel, für z.Zt. 8,00 Euro pro Tag, unabhängig von der Parkdauer in gekennzeichneten Flächen.
Wetzlar liegt an der Dillstrecke Siegen–Gießen und der Lahntalbahn Koblenz–Wetzlar, die am Bahnhof zusammentreffen und von Intercity-Zügen, Regionalbahnen und Regional-Express-Zügen angefahren werden. Der Flughafen Frankfurt/Main liegt etwa 70 Kilometer entfernt.
Um die Stadt kennen zu lernen, haben Sie die Möglichkeit an einer öffentlichen Führung teilzunehmen oder auch für Ihre Gruppe eine ganz individuelle Führung zu buchen. Veranstalter ist die Tourist-Information am Domplatz, im Winter findet eine öffentliche Altstadtführung samstags und sonntags statt, ab 01.04. täglich. Das Angebot an weiteren Führungen ist groß.
Altstadt und Domplatz
Die Altstadt ist geprägt von Mittelalterlichen Plätzen, eindrucksvollen Fachwerkhäusern und verspielten Barockbauten. Und mitten im Zentrum steht der eindrucksvolle Dom. Kleine Boutiquen, Fachgeschäfte, Cafés und Restaurants laden zu einem Bummel durch die verwinkelten Gassen der Stadt ein.
Nicht weniger als sechs Museen warten auf Besucher, darunter das Lottehaus, in dem an den Aufenthalt von Johann Wolfgang Goethe im Sommer 1772 erinnert wird. Die Altstadt wird durch einen nahezu vollständigen Ring von Parks umschlossen, die nach den Wetzlarer Partnerstädten benannt sind. Diese laden zu einem Spaziergang ein.
Am Domplatz stehen einige interessante Gebäude, dazu gehört ein städtisches Kaufhaus, hier mussten durch Wetzlar ziehende Kaufleute ihre Waren wiegen und versteuern lassen. Auch die Erzeugnisse der einheimischen Handwerker wurden hier geprüft und mit Gütesiegeln versehen. Ab 1693 war in dem Gebäude das Rathaus untergebracht, dieses fiel einem Großbrand im Jahre 1779 zum Opfer. Der Neubau, 1790 fertig gestellt diente ebenfalls bis 1911 als Rathaus, heute ist hier die Tourist-Info der Stadt untergebracht.
Am Domplatz 17 befand sich früher das Gasthaus „Zum Kronprinzen“, hier hatte während seines Aufenthaltes im Sommer 1772 Johann Wolfgang Goethe seinen Mittagstisch. Mit anderen jungen Juristen des Reichskammergerichts gehörte er hier einer „Rittertafel” an und trug den Ritternamen „Götz der Redliche”.
Die Hauptwache, ein 1861 errichtetes spät klassizistisches Gebäude aus der preußischen Zeit, diente von 1862 bis 1877 dem 8. Rheinischen Jägerbataillon als Wachstation.
Dom und Michaeliskapelle
Einzigartig ist der Dom, Grund genug sich diesen einmal näher anzuschauen. Dieser besteht aus rotem Sandstein an Turm und Fassade sowie verputzten Wandflächen. Die Fassade sieht unfertig aus, der linke Turm wurde nie gebaut, lediglich das Sockelgeschoss ist zu sehen. Ein großes Mittelportal ist vorhanden, dieses kann aber wegen einer fehlenden Treppe nicht bestiegen werden. Hinter der Fassade ist leerer Raum, dieser wird durch eine zweite Fassade begrenzt. Es ist der Rest jener spätromanischen Basilika, die zugunsten eines Kirchenneubaus abgebrochen werden sollte.
Der Abbruch erfolgte abschnittsweise entsprechend dem Baufortschritt; so war die Kirche zumindest teilweise während der gesamten Bauzeit nutzbar. Ende des 14. Jahrhunderts schlitterte die Stadt in eine katastrophale Finanz- und Wirtschaftskrise, die Finanzierung der Kirche zwischen Stift und Stadt blieb umstritten. Der Kirchenbau kam nur langsam voran, unterbrochen von jahrzehntelangen Pausen. 1490 erhielt der südliche der geplanten Türme einen hölzernen Spitzhelm, danach wurden die Arbeiten eingestellt. Etwa 1590 erhielt der Turm nach einem Blitzeinschlag eine neue Haube, hier war schon der Einfluss des Barocks spürbar. Von der Spätromanik bis zum Barock hat jede Epoche der deutschen Kirchenbaukunst ihren Spuren am Dom hinterlassen.
Gegenüber dem Dom steht die Michaeliskapelle, eine Doppelkapelle, die etwa um das Jahr 1250 erbaut wurde. Die dem Erzengel Michael geweihte Kapelle wurde als Beinhaus errichtet. Hierhin wurden die Gebeine aus den Gräbern des Friedhofes südlich des Domes gebracht, der dem gotischen Erweiterungsbau zum Opfer fiel. Später diente die Kapelle auch als Lagerraum für Reichskammergerichtsakten. Die Tür soll aus der Erbauungszeit stammen, die steinerne Kreuzigungsgruppe an der Westfassade wurde 1509 angebracht.
Eisenmarkt und Fischmarkt
Der Eisenmarkt liegt im Zentrum der Stadt und zählt zu den ältesten Plätzen der Stadt. Der Platz wurde bereits 1253 erstmals als Handelsplatz für Roheisen erwähnt. In der Mitte des Platzes steht eine Statue der Heiligen Barbara, die Patronin der Bergleute. Schon bald nach der Stadtgründung entwickelte sich Wetzlar zu einem bedeutenden Handelsplatz für Roheisen, dieses wurde in der Region in sogenannten Waldschmieden gewonnen.
Bis ca. 1810 gab es am Eisenmarkt einige Geschäfte in denen nicht nur mit Eisen selbst, sondern auch mit Eisenwaren gehandelt wurde. Oftmals wurden aber nur Musterproben gezeigt, die eigentliche Lieferung erfolgte direkt von den Schmieden zum Kunden. Heute wird der Eisenmarkt von prächtigen Fachwerkhäusern gesäumt.
Besonders sehenswert ist das spätgotische Fachwerkhaus „Eisenmarkt 7“ aus der Zeit um 1500. Im Haus Nr. 9 befindet sich die „Alte Münze“. In dem heutigen Fachwerkhaus befand sich jedoch nie eine Münzpräge, der Name stammt noch von einem mittelalterlichen Vorgängerbau, der als Münzpräge diente.
Der Fischmarkt schließt sich an den Domplatz an. Hier steht das in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute Rathaus der Stadt. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und diente ab dem Jahr 1690 als Reichskammergericht, dem obersten Gericht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Nachdem dieses im Jahr 1756 aufgelöst wurde, hatte hier bis 1806 eine Kanzlei ihren Sitz. Hier trug sich Goethe am 25. Mai 1772 in die Praktikantenmatrikel ein.
Das 1599 als „Marstall” erbaute Haus am Fischmarkt 9 war im 18. Jahrhundert das weithin bekannte Gasthaus „Zum Goldenen Löwen”. Die Wirte waren auch Posthalter der Hessen-Kasseler, der Kurpfälzischen und der Thurn-und-Taxisschen Poststation.
Die Häuser Fischmarkt 9 und 10 bildeten zusammen ein Anwesen und waren im Besitz der adligen Posthalterfamilie Emerich, aus dieser gingen mehrere Juristen hervor. Im kleineren Haus, Fischmarkt 10, wurde 1773 Friedrich Joseph Emerich geboren. Emerich setzte sich für die Ideale der Französischen Revolution ein und ihn verband eine Freundschaft mit Hölderlin. 1802 starb Emerich in geistiger Umnachtung.
Kornmarkt und Schillerplatz
Der Kornmarkt wurde 1253 erstmals urkundlich erwähnt und war jahrhundertelang der Handelsplatz für Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Über den Kornmarkt verlief im Mittelalter die Hohe Straße, eine der wichtigsten, mittelalterlichen Handelsstraßen.
Das Haus Kornmarkt 5 war das 1767 erbaute barocke Theater, Ball- und Gasthaus „Zum Römischen Kaiser”. Das Wirtshausschild stellt die Figur eines Kaisers, wahrscheinlich Franz I. dar, der von 1747 bis 1765 römisch-deutscher Kaiser war.
Im Hause des Kammergerichtsprokurators Georg Wilhelm von Ludolf am Kornmarkt 7 bewohnte Goethe im Sommer 1772 eine kleine Wohnung. Sein Zimmernachbar war Jakob Heinrich von Born (1750-1782), ein Bekannter aus Goethes Leipziger Studienzeit. Goethe sollte in Wetzlar einer Familientradition folgend ein juristisches Praktikum am Reichskammergericht absolvieren.
Am Schillerplatz befindet sich die ehemalige Franziskanerkirche. 1248 wurden in Wetzlar erstmals Franziskanermönche urkundlich erwähnt. Die Kirche ist ein um 1300 errichteter gotischer Bau mit einem dreischiffigen Langhaus und Chor. Über dem barocken Portal im Nordwesten befindet sich ein Relief mit dem Symbol der Franziskaner. Nach 1826 wurden Klostergebäude und -kirche mehrmals umgebaut und dienten als Gefängnis, Magazin sowie als Kaserne. Nachdem das Gebäude 1877 aufgestockt wurde, diente es als Schule. Heute ist in den Räumen die Musikschule untergebracht.
Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Haus Schillerplatz 5 erbaut und seit 1694 von der Familie des Wetzlarer Buchdruckers und Verlegers Georg Ernst Winckler bewohnt. Am 30. Oktober 1772 erschoss sich in dem Haus der braunschweigische Legationssekretär Karl Wilhelm Jerusalem (1747 – 1772). Goethe verarbeitet dessen Tod zusammen mit eigenen Erlebnissen in Wetzlar Jerusalems in seinem 1774 erschienenen Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers”.
Die Alte Lahnbrücke und Einkaufsbummel
Über die Alte Lahnbrücke geht es in die Altstadt. Die Brücke wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und erstmals 1288 erwähnt. Sie ist 104 Meter lang, hat sieben Bögen und früher führte der Handelsweg zwischen Köln und Frankfurt über die Brücke. Auf beiden Seiten standen früher Brückentürme, diese wurden allerdings im 19. Jahrhundert angerissen.
An der Brücke findet in der warmen Jahreszeit bestimmt jeder sein Lieblingsplätzchen. Sei es in einem der beiden Biergärten direkt am Flussufer mit Blick auf die Brücke, oder in einer Parkanlage am Ufer der Lahn.
Sie können durch die Altstadt schlendern und sich die Stadt anschauen, natürlich ist ein Einkaufsbummel zwischen Fachwerkhäusern und mittelalterlichen Marktplätzen genauso empfehlenswert. Kleine inhabergeführte Boutiquen und Fachgeschäfte wechseln sich mit Straßencafés ab. In der warmen Jahreszeit können Sie auch die Außenbereiche vieler Restaurants nutzen und eine Mahlzeit im Freien genießen.
Außerhalb der Altstadt befindet sich in der Bahnhofstrasse das Einkaufszentrum „Herkulescenter“. Diese Passage bietet vielfältige Möglichkeiten zum Einkaufen sowie zum Ausspannen. Die größte Einkaufspassage ist das Wetzlarer Forum, hier sind viele namhafte Bekleidungsgeschäfte sowie Juweliere und Parfümerien zu finden. Für das leibliche Wohl sorgen Cafés oder Bistros.
Mit dem Citybus lassen sich die unterschiedlichen Einkaufsbereiche der Innenstadt bequem und schnell erreichen.
Freizeitgestaltung
Die Umgebung der Stadt bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine aktive Freizeitgestaltung. Ob Wandern, Fahrradfahren oder Paddeln auf der Lahn, Wetzlar und Umgebung haben viel zu bieten.
Wandern Sie doch auf den Spuren von Johann Wolfgang Goethe auf dem Goetheweg, ein etwa 7,5 Kilometer langer Weg den Goethe oft gegangen ist. Zitatsteine am Wegesrand kennzeichnen die Stellen, die seinen Schilderungen im Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ zugrunde liegen. Kürzer ist der Grüngürtelweg, der durch die Parkanlagen der Stadt führt. Der Lahnwanderweg führt auf seinen 295 Kilometern durch das Lahntal von der Lahnquelle bis zu seiner Mündung in den Rhein.
Radfahrer nutzen einen der Radwanderwege durch die Umgebung der Stadt. Überregional geht es auf dem fast 250 Kilometer langen Lahnradweg durch das romantische Lahntal von der Quelle bis zur Mündung. Abseits von Autoverkehr und Hektik, führt der Lahnradweg überwiegend auf asphaltierten Wegen und zumeist direkt am Fluss entlang. Für E-Bike-Fahrer stehen verschiedene Lademöglichkeiten im Stadtgebiet zur Verfügung.
Kanutouren auf der Lahn bieten ein andere besonders schöne Perspektive auf die Landschaft am Fluss. Wasserwanderer können diese auf ca. 160 Flusskilometern entdecken. Verschiedene Ein- und Ausstiegsstellen sind im Stadtgebiet zu finden. Verschiedene Anbieter von Kanutouren bieten ihre Dienste an.
Schwimmern steht das Europabad für einen Sprung ins kühle Nass zur Verfügung. Ein 50 Meter langes Schwimmerbecken bietet Wettkampfgerechte Bedingungen. Ein Lehrschwimmbecken mit 12,5 Meter in der Länge und 8,0 Meter in der Breite ist mit 2 Massagedüsen und eine Schwalldusche ausgestattet. Ein Kleinkinderbecken für die kleinsten Gäste und ein Außenbereich während der Sommermonate mit kostenlosen Liegen und Sitzgelegenheiten sowie einem Sand- und Wasserspielplatz runden das Angebot ab.
In der Nähe der Stadt liegt der Dutenhofener See, dieser bietet einen Badestrand mit feinem Sand für sonnige Tage voller Badespaß und Entspannung. Im angrenzenden Biergarten kann der Badespaß abgerundet werden. Ein ganzjährig eröffneter Campingplatz biete neben ca. 300 Dauerstellplätzen auch zahlreiche Durchgangscamping- sowie Zeltplätze an. Sanitäreinrichtungen und Kinderspielplätze sind vorhanden. Ein Bootsverleih ist ebenfalls vorhanden. Unvergessliche Momente bietet das Eventfloß das Platz für bis zu 30 Personen hat. Es bietet eine großartige Möglichkeit Geburtstagsfeiern oder Firmenevents zu feiern oder einfach nur einen gemütlichen Tag auf dem Wasser zu verbringen.




















