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Alfeld - Fachwerkstadt mit UNESCO-Welterbe
Alfeld mit seinen 15 Ortsteilen liegt zwischen der Leine im Westen und den Sieben Bergen im Nordosten und ist das Zentrum dieser Region. Alfeld wurde 1426 in den Städtebund der Hanse aufgenommen und gehörte zu den kleinsten Städten in der Hanse.
Die Stadt liegt an der Deutschen Fachwerkstraße, viele Fachwerkbauten vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert prägen das heutige Stadtbild. Führungen durch Alfeld werden mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten vom Verein für Heimatkunde angeboten. Schönster Platz der Stadt ist der historische Marktplatz an dem das Weserrenaissance-Rathaus steht.
Die nahe gelegenen sieben Berge sind von mehreren Forst- und Wanderwegen durchzogen, darunter befindet sich der etwa 15 km lange Schneewittchenpfad. Höchster Berg ist die Hohe Tafel mit immerhin 395 Metern Höhe. Der Himmelbergturm auf dem gleichnamigen Berg bietet schöne Ausblicke über das Leinetal und die angrenzenden Wälder.
Anreise nach Alfeld
Die Anreise ist unproblematisch, die Stadt liegt an der Bundesstraße 3. Aus Richtung Norden kommend verlassen Sie die Autobahn A7 aus Richtung Hamburg kommend an der Abfahrt Laatzen und fahren Sie auf die B 443 in Richtung Pattensen/Sarstedt. Wechseln Sie nach ca. 9 km auf die B3 in Richtung Elze/Alfeld. Auf der B3 fahren Sie ca. 35 km in südlicher Richtung bis zum Ziel.
Aus Richtung Süden kommend verlassen Sie die Autobahn A7 an der Ausfahrt Northeim/Nord und wechseln Sie auf die B3 in Richtung Hameln/Einbeck/Alfeld. Nach ca. 37 km auf der B3 in nördlicher Richtung erreichen Sie die Stadt.
Die Regionalbahn RE 2 (Metronom) fährt im Stundentakt in Richtung Göttingen und Hannover, beide sind ICE-Haltepunkte.
Rathaus und St. Nicolaikirche
Beeindruckend ist das Rathaus, ursprünglich im gotischen Stil errichtet, wurde es im Jahre 1586 im Stil der Weserrenaissance umgebaut. Auffällig ist der achteckige Treppenturm über dem Eingangsportal mit seiner doppelten welschen Haube. Neben dem Sitz des Rates diente der Dachboden früher auch zur Lagerung der Handelsprodukte der Stadt. Unter anderem wurde Hopfen auf den Dachböden gelagert, während im Ratskeller das in der Stadt gebraute Bier gelagert wurde. Hochzeitsfeste wurden im großen Saal gefeiert.
Hinter dem Rathaus steht die im 13. Jahrhundert gebaute St. Nicolai Kirche. Aufgrund eines instabilen Baugrunds wurde die Kirche 1350 im Stil der Frühgotik neu aufgebaut wobei das romanische Querschiff erhalten blieb. 1486-88 entstanden die jetzigen Türme und bis 1503 erfolgte eine Erweiterung der Kirche in Richtung Osten. Zur Ausstattung der Kirche gehört ein auf ca. 1230/1240 datiertes Triumphkreuz. Die Orgel wurde 1862 bis 1863 vom Orgelbauer Heinrich Schaper aus Hildesheim mit 31 Registern auf drei Manualen und Pedal erbaut. 1917 mussten die Prospektpfeifen zu Kriegszwecken abgeliefert werden, diese wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt.
Bürgerschänke, Lateinschule und Planetenhaus
Ebenfalls schöne Schnitzereien weist die aus dem 16. Jahrhundert stammende Bürgerschänke aus. Es zeigt die für die Frührenaissance typischen Schmuckelemente der Fächerrosetten in unterschiedlichen Variationen. Vermutlich diente die Bürgerschänke als Gildehaus und Herberge der Schumacher, worauf am Nordgiebel ein eingeschnitztes Ledermesser hinweist. Daneben befindet sich die Darstellung eines Blattes, es wird als „Blatt des Schweigens“ bezeichnet, was auf die einzuhaltende Diskretion bei Geschäftsgesprächen hinweist.
Die aus dem Jahre 1610 stammende Lateinschule ist ein beeindruckendes Bauwerk der Renaissance, es beheimatet das Museum der Stadt. Die Lateinschule ist eines der schönsten freistehenden Fachwerkhäuser Niedersachsens. Das Museum zeigt eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte und ständig wechselnde Ausstellungen.
Ein weiteres bemerkenswertes Gebäude ist das so genannte Planetenhaus, das laut einer am Gebäude angebrachten Inschrift 1608 erbaut wurde. Am Haus sind Darstellungen der sieben Planeten und der fünf Sinne zu sehen. Außerdem befindet sich ein Schnitzfries mit der Darstellung des Einhornes und zweier Fabelwesen am Haus zu finden.
Das Fagus-Werk
Bekannt geworden ist die Stadt besonders durch das Fagus-Werk, das im Jahre 2011 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der seinerzeit weitgehend unbekannte Architekt Walter Gropius wurde 1911 mit dem Bau einer Schuhleistenfabrik beauftragt, die neben ihrer Funktionalität auch die Belange der Mitarbeiter berücksichtigen sollte.
Die Fabrik gilt als ein richtungweisendes Werk der modernen Architektur und war Vorbild für das ebenfalls zum Weltkulturerbe zählende und nach Plänen von Walter Gropius erbaute Bauhausgebäude in Dessau.
Das neue UNESCO-Besucherzentrum beherbergt eine Dauerausstellung über die Geschichte der Welterbestätte und wird ergänzt durch wechselnde Sonder- und Kunstausstellungen.
Aktivitäten
Beliebtes Ausflugsziel der Stadt ist der „Sinnespfad“ auf dem Schlehberg. Auf dem etwa 1,4 km lange Pfad mit schönen Ausblicken auf die Stadt erfahren Kinder als auch Erwachsene an rund 20 Stationen in spielerischer Form viel Wissenswertes über den Wald und seine Bewohner. Spiel, Spaß, Erholung und Abenteuer sind hier garantiert.
Im Ortsteil Langenholzen befindet sich Deutschlands erstes Schnarchmuseum mit einer privaten Ausstellung des Alfelder Arztes Franz Josef Wirth mit vielen Ausstellungsstücken ab dem 18. Jahrhundert zum Thema Schnarchen und Schlafen.
Radfahrer und Wanderer finden im Leinebergland eine Vielzahl von schönen Wanderwegen und Radwegen in unberührter Natur. Genießen Sie die Ruhe und tanken Sie Kraft und Energie in einer einzigartigen Landschaft. In Alfeld finden sich drei E-Bike-Verleihstationen.
Beliebt sind Kanu- und Schlauchbootfahrten auf der Leine durch die abwechslungsreiche Landschaft. Informationen rund um die Leine und geführte Touren auf der Leine finden sich unter www.kanu-leine.de.














